Heimisches Obst und Gemüse braucht eine Zukunft – auch im Mühlenkreis
Ob Obst, Gemüse, Wein oder andere Sonderkulturen: Die stetig steigenden Personalkosten bringen viele landwirtschaftliche Betriebe an ihre wirtschaftlichen Grenzen. Auch für die heimische Landwirtschaft im Kreis Minden-Lübbecke ist das eine ernsthafte Herausforderung, wie Dr. Oliver Vogt betont.
Europäischer Wettbewerb unter ungleichen Bedingungen
Das Kernproblem sieht der Abgeordnete im europäischen Wettbewerb, der nicht zu gleichen Bedingungen stattfindet. Ab dem 1. Januar 2027 steigt der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland auf 14,60 Euro pro Stunde. In Ländern wie Spanien oder Griechenland liegen die gesetzlichen Lohnuntergrenzen dagegen deutlich niedriger. Gleichzeitig konkurrieren die deutschen Erzeuger im Supermarktregal direkt mit importierter Ware – und beim Einkauf entscheidet häufig der Preis und nicht die regionale Herkunft.
Besonders schwer wiegt aus Sicht von Oliver Vogt, dass in arbeitsintensiven Kulturen die Lohnkosten bis zu 60 Prozent des Erzeugerpreises ausmachen können. „Jede weitere Kostensteigerung trifft unsere heimischen Betriebe deshalb besonders hart“, so Vogt.
Lösungsansätze liegen auf dem Tisch
Dass es Wege aus dieser Situation gibt, zeigt ein Rechtsgutachten, das im Auftrag landwirtschaftlicher Verbände erstellt wurde. Es kommt zu dem Ergebnis, dass ein Mindestlohnabschlag von 20 Prozent für Saisonarbeitskräfte rechtlich möglich wäre. Der heimische Bundestagsabgeordnete fordert, diesen Ansatz ernsthaft zu prüfen.
„Wir dürfen nicht zulassen, dass heimische Erzeuger zunehmend aus dem Markt gedrängt werden und wir bei Obst und Gemüse immer stärker von Importen abhängig werden“, macht Vogt deutlich.
Der Abgeordnete kündigt an, sich auch weiterhin mit Nachdruck für faire Wettbewerbsbedingungen, den Erhalt der landwirtschaftlichen Betriebe und eine starke heimische Landwirtschaft im Mühlenkreis einzusetzen.